Yosemite
10 09 2010Der Freitag sollte ganz im Zeichen eines der populärsten National Parks der USA sein, dem Yosemite Park. Unser Hotel befindet sich ca. 30 km vom Südeingang und 70km vom Zentrum des Parks, dem Yosemite Village. Um vor dem eigentlichen Ansturm bereits auf der Straße zu sein, standen wir schon um 7 Uhr am Frühstückstresen parat. Das „Buffet“ stand ganz im Zeichen von „Selbst ist der Hotelgast“. Ob Eieromlett oder Waffeln. Alles durfte man sich selbst fertig zu bereiten. Die Waffel konnte leider keinen erkennbaren Geschmack abliefern. Das Omlett ließen wir beide links liegen. Der Rest der Auswahl sagte uns dann aber doch zu (Bagel, Brot, Cerials, Säfte uvm.). Um kurz vor 8 Uhr stiegen wir in unser Auto.
Der Weg zum Yosemete Nationalpark ist nicht zu verfehlen. Wenn man vom Hotel aus links abbiegt, muss man einfach nur noch geradeaus fahren, um zum Parkeingang zu gelangen. Mit „geradeaus“ ist nur gemeint, dass man nicht abbiegen muss, denn gerade war die Straße schon kurz nach dem Aufbruch nicht mehr. Ich weiß nicht, wie viele Steigungen und Kurven es waren. Letztere gingen am heutigen Tag bestimmt in einen hohen dreistelligen Bereich. Wir fuhren ca. 25 Minuten bis zum Parkeingang und dann nochmals eine Stunde bis zum Yosemite Village. Leider mussten wir bei Wawona eine gute Viertelstunde im Stau stehen, da ein 11 Meilen langer Teil des Zubringers wegen Straßenausbesserungen nur einspurig ist. Nach unzähligen Kurven bogen wir in den fast 1,3 km langen, stark abschüssigen Wawona Tunnel ein. Kurz hinter dem Tunnel hielten wir auf dem Parkplatz des Tunnel View Point an, der einen ersten und atemberaubenden Blick auf das Yosemite-Tal zulässt. Nach kurzer Rast ging es aber fix zum Village hinab. Nach kurzer Suche nannten wir einen Parkplatz unser Eigen und liefen per Pedes zum nächsten Shuttle Haltepunkt. Die Busshuttle verkehren in losen Abständen (wir haben nie länger als 5 Minuten gewartet) und befahren das ganze Yosemite Valley. Am Visitor-Center stiegen wir dann aus, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen. Das Center bietet einen schönen Einblick in die Entstehungsgeschichte des heutigen Nationalparks.Zu Fuß ging es für uns weiter zu den Lower Yosemite Falls, die aufgrund des heißen Sommers im Park, leider nur ein Rinnsal waren.
Wir spazierten noch weiter bis zum Camp 4 entlang der Hikingroute zu den Upper Yosemite Falls und entschieden uns dann dafür, mit dem Shuttle in die andere Ecke des Tals zu fahren. Dort befinden sich die auch im Sommer wasserführenden Vernan Falls und der angrenzende Merced River. Zuvor machten wir an der Yosemite Lodge halt, in dessen Foodcourt wir zu Mittag aßen. Mittlerweile hatten wir auch 12.30 Uhr. Für uns beide gab es jeweils Spaghetti Bolognese, O-Saft und ein Stückchen Apfelkuchen als Nachtisch. Weiter ging es danach mit dem Shuttle. Auf der Fahrt zu unserer Zielhaltestelle durchquerten wir so manch idyllisches Plätzchen Erde. An der Haltestelle mit der Nr. 16 stiegen wir aus. Zu Fuß ging es dann parallel zum Merced River. Ich ließ es mir nicht nehmen, meine Füße in das klare Wasser zu tauchen. So klar wie das Wasser war, so kalt war es allerdings auch. Manche Besucher wagten es sogar, an den tieferen Stellen zu schwimmen. Mir wäre das ehrlich gesagt, zu viel gewesen. Mit erfrischendem Gefühl und halbtauben Füßen kletterte ich wieder zurück ans Ufer. Der weitere Weg führte uns immer weiter bergauf. Vorbei an tiefen Schluchten, Eichhörnchen, Vögeln und Wasserfällen. Nach einer guten Stunde entschieden wir uns dafür, den Rückweg anzutreten, da wir noch am heutigen Tag den Glacier Point ansteuern wollten. Den Weg zurück liefen wir dann in einem Viertel der Zeit, den wir noch für den Aufstieg gebraucht hatten (komisch oder? 😉 ). Mit dem Shuttle sollte es dann schnurstracks zum Parkplatz zurückgehen. Auf dem Weg viel uns dann aber eine kleine Rehfamilie auf, weshalb wir nochmal einen kleinen Zwischenstopp einlegten. Wir kamen bis auf wenige Zentimeter an das Vierergespann ran. Nachdem wir uns mit genug Fotos eingedeckt hatten, nahmen wir den nächsten Shuttle zum Parkplatz. Der Weg zum Glacier Point, einem Aussichtspunkt, der weit über dem Tal liegt und zu den besten Aussichtspunkten des Parks gehört, führte zunächst 25 km die Strecke zurück, über die wir ins Tal gefahren waren. Von dort aus führt dann eine Abbiegung von der Hauptroute über zahllose Kurven und Serpentinen auf den 2,2 km hoch gelegenen Aussichtspunkt. Die Fahrt dorthin dauerte vom Tal aus fast eine Stunde. Der Blick hatte die Strapazen jedoch entschädigt. Vom Glacier Point kann man das ganze Yosemite Tal überblicken, den imposanten Half Dome auf Augenhöhe betrachten und weit in die Sierra schauen. Vom Glacier Point fuhren wir anschließend Richtung Hotel zurück. Die Fahrt führte erneut über all die schönen Kurven zurück, die ich schon auf der Hinfahrt bewältigen durfte. Die Konzentration war dabei immer auf Höchststand, denn von Leitplanken halten die Park Ranger wohl nicht viel. Ein kleiner Fehler und das Auto wird zum Flugzeug. Völlig erschöpft kamen wir gegen 19 Uhr am Hotel an. Ich war froh, für die nächsten paar Stunden keine Kurven mehr zu sehen.





