Mystery

12 09 2010
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Sonntag, 12. September 2010

Der heutige Tag stand wieder ganz im Zeichen der Autobahn. Da wir zurück zur Pazifikküste fahren wollten, standen wir entsprechend früh auf. Um 6 Uhr sollten unsere Wecker gehen, doch wiedermal kamen unsere Zimmernachbarn aus der oberen Etage ein paar Minuten früher zum Schuss. Gepolter und Getrampel um 5.45 Uhr. Wir blieben dennoch bis 6.15 Uhr liegen. Die Koffer am Vorabend der Abreise zu packen hatte sich bewährt und so waren wir, als wir zum Frühstück runtergingen, größtenteils Abreisebereit. Wie erwartet, hatte sich die Auswahl beim Buffet auch dieses Mal nicht zu dem vom Vortag verändert. Nicht erwartet hatten wir die Situation im Frühstücksraum. Hier wurde nämlich ausschließlich Deutsch gesprochen. Eine Reisegruppe aus Ost-Deutschland hatte am Vortag das Hotel gestürmt. Für die Weiterfahrt deckten wir uns noch mit frischem Obst ein (2 Äpfel, 2 Orangen).

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Unser erster Teil der Strecke führte uns nach Gilroy. Wozu nach Gilroy? Richtig! Zum Shoppen!!! Das kleine Städtchen, das 70 Kilometer südlich von San Jose und damit genau auf unserer Route lag, beheimatet ein großes Outlet Center. Da wir noch einige Mitbringsel-Wünsche auf unserer To-Do-Liste offen hatten, versuchten wir dort unser Glück. Die 226 km schafften wir eine Stunde schneller, als das Navi uns vorhersagte. Da Mona sehr dringend eine Toilette benötigte, ging es bei der Ankunft ziemlich hektisch zu. Erst später bemerkte sie, dass ihr beim Aussteigen ihre Kamera heruntergefallen sein musste. Wir spekulierten darauf, dass sie ins Auto gefallen war und gingen zunächst weiter die Läden ab. Bei unserer Wiederkehr zum Auto durchsuchten wir dieses. Leider ohne Erfolg. Auch unter dem Auto war die Kamera nicht aufzufinden. Fazit: Irgendwer wird die Kamera gefunden und mitgenommen haben. Dies war aber nur fast richtig. Die Kamera hatte jemand gefunden. Diese allerdings ehrlicherweise auf unser Auto in den Raum zwischen Motorhaube und Frontscheibe gelegt. Mona entdeckte ihre Kamera und war sichtlich erleichtert. Der Tag konnte also ohne Frust weitergehen.

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Nach einer kleinen Stärkung und dem Besuch der letzten Läden ging es weiter nach San Jose. Dort befindet sich das riesige Anwesen von Sarah Winchester, das auch unter dem Namen „Winchester Mystery House“ bekannt. Das 160 Zimmer fassende Haus wurde über 38 Jahre lang ge- und immer wieder umgebaut. Die Handwerker arbeiteten über die gesamte Bauzeit 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche. Es gibt dort Türen, die ins leere führen oder lediglich vortäuschen welche zu sein. Manche Treppen führen hinab, um direkt wieder nach oben zu führen. Es ist echt bizarr und spannend zugleich. Wir buchten die „Great Estate Tour“ die die normale „Mansion Tour“ und die „Behind the Scenes Tour“ beinhaltet. Insgesamt verbrachten wir so 2 ½ Stunden in dem beeindruckenden Anwesen. Beide Touren waren interessant, informativ und ebenfalls lustig.

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Ein bisschen nervig bei der ersten Tour war, dass unser weiblicher Tour Guide das letzte Wort eines jeden Satzes in die Länge zoooooooooooog. Zudem begann sie in jedem neuen Raum ihre auswendig gelernte Mitteilung mit „Alright“ und beendete die Darbietung zuverlässig mit „follow me“ und „watch your steps“. Dem Tour Guide zu folgen war auch angebracht, da man alleine aus dem riesigen Labyrinth von Haus wahrscheinlich nicht so schnell alleine wieder herausgefunden hätte. Das waren aber auch die einzigen Makel.

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Bei der zweiten Tour, die mit etwas Verzögerung startete, hatten wir einen anderen Guide. Dieser war etwas unterhaltsamer und hatte sichtlich Spaß an seinem Job. Die Führung war wesentlich lockerer und kam einem nicht so auswendig gelernt vor, wie bei der ersten Tour. Die „Behind the Scense Tour“ führte uns an Orte, die uns bei der „Mansion Tour“ noch verborgen blieben. So durften wir u.a. auch den Keller besichtigen und bekamen exklusive Einblicke in die Versorgungssysteme des Hauses.

EIGENE GALERIE VOM WINCHESTER HOUSE (LINK)

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Sichtlich begeistert verließen wir gegen 17 Uhr San Jose mit dem Ziel Pacifica. Dort werden wir für die nächsten beiden Nächte verweilen. Der Weg nach Pacifica führte uns auch an San Bruno vorbei, wo am Donnerstag eine Gasleitung explodiert war. Die Straßen waren teilweise noch gesperrt und überall waren Feuerwehr und Übertragungswagen zu sehen. Bevor wir an unserem Hotel aufschlugen, deckten wir uns bei Safeway mit neuen Getränken ein. Das Hotel in Pacifica liegt direkt am Meer und hat seine besten Zeiten bereits hinter sich. Der Eindruck bei Tageslicht erweckt leider nicht den gleichen, den wir noch bei der Buchung im Internet hatten. Außen pfui ist das Hotel zumindest von Innen nicht so schlecht ausgestattet. Unser Zimmer (mit Meerblick) ist sauber und relativ komfortabel eingerichtet. Nach dem Einchecken sind wir noch ein Ründchen am Meer spazieren gegangen. Von hier aus werden wir die nächsten fünf Tage planen, in denen wir Richtung Los Angeles fahren. Nach den anstrengenden Tagen in San Francisco und dem Yosemite NP steht hier Relaxen im Vordergrund.

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