Pech am Fließband…

17 09 2010
CIMG1450
Mittwoch, 15. September 2010

Die wohl schlimmste Nacht lag hinter uns und wir wussten nicht, dass es auch zu unserem schlimmsten Tag werden sollte. Aufgrund der Geräusche von Nachbarn, Klimaanlage und Kühlschrank wurde unser Schlaf ständig unterbrochen. Letztendlich zog Ich sogar den Stecker, damit das Kühlaggregat endlich schwieg. Um 7.30 Uhr war die Nacht dann aber endgültig zu Ende. Das angebotene Frühstück war nicht kontinental sondern provinzhaft und lies uns auch nicht wirklich satt werden.

CIMG1402
Müde und ungesättigt brachen wir gegen 9 Uhr dann Richtung Monterey/Carmel auf, wo wir am Vortag noch im Internet eine Whale Watching Tour für 14 Uhr reserviert hatten. Da wir allerdings nur bis 18 Uhr den herkömlichen Check-Inn in unserem Motel nutzen konnten, wollten wir zunächst einchecken und anschließend zur Tour fahren. Die Fahrt nach Carmel, wo auch unser Motel lag, dauerte in etwa 1 Stunde. Der erste Halt galt aber nicht unserem Motel – so früh wollten wir dann doch nicht dort aufschlagen – sondern der in Carmel befindlichen Mission. Da der Eintritt allerdings 6 Dollar betrug und wir das ein wenig teuer fanden, begnügten wir uns mit der Außenansicht. Danach ging es weiter zu dem Einkaufszentrum, das sich direkt gegenüber unseren Hotels befindet. Ca. 2 ½ Stunden vertrieben wir uns die Zeit mit Bummeln, Starbucks, Nahrungsmittel einkaufen und nochmals Bummeln. Mittag wollten wir dann später am Fisherman´s Wharf in Monterey essen.

Einmal vom Center über die Straße gefahren, landeten wir bei unserem Motel. Hier sollte die Pechsträhne Ihren weiteren Verlauf nehmen. Die gute Dame konnte nämlich unsere Hotelreservierung im PC nicht ausfindig machen. Nach längerem Hin und Her hatten wir aber dann doch noch unser Zimmer zu einem guten Preis. Das Zimmer war wie bisher alle unsere Motels/Hotels sauber und für den Preis o.k. .

Gegen viertel vor eins brachen wir dann nach Monterey auf. Monterey und Carmel gehen nahezu ineinander über und somit dauerte die Fahrt zum Wharf nur 5 Minuten. Auch ein Parkplatz war schnell gefunden. Mit einem Dollar pro angefangenen halbe Stunde noch sehr günstig. Auf direktem Wege ging es anschließend über den langen Steg zum Veranstalter der Waltouren. Meine Reservierung war schnell gefunden, bezahlen, Karten entgegennehmen und warten.

CIMG1411
Eine Viertelstunde vor dem Ablegen durften wir das Schiff (Seawolf II) betreten. Pünktlich um 14 Uhr legte das Schiff ab und schipperte durch den Hafen, vorbei an unzähligen Seelöwen, die es sich auf einem aufgeschütteten Felsenarm gemütlich machten. Die See war ruhig. NOCH! Nach etwa einer halben Stunde, wir fuhren immer noch schnurstracks in eine Richtung, fing das Meer an rauer zu werden. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts gegessen und waren auch froh drum.

Nach einer guten Stunde Fahrt hatten wir immer noch keine Wale gesehen. Zwischendurch schwappten kleinere Wellen durch die sich auf Deckhöhe befindlichen Abflusslöcher. Plötzlich und ohne Vorwarnung kippte das Schiff nach rechts (wir saßen rechts) und eine riesige, mindestens 3 Meter hohe Welle brach genau über uns auf das Schiff. Wir beide und ein paar weitere Passagiere waren klatschnass. Leider auch die Kamera von Monas Mama, die ich zwar Spritzwasser geschützt am Körper trug, aber durch die riesige Welle dennoch Wasser abbekam. Sofort nahm ich den Akku heraus.

CIMG1415
Wir beide gingen in die trockene Kabine, wo ich mich u.a. meiner Sonnenbrille entledigte und diese Mona zur Verwahrung reichte. Da man aber von dieser aus den Horizont nicht sehen konnte, wurde mir so dermaßen schlecht, dass ich wieder nach draußen musste. Nass bis auf die Knochen stand ich also am Heck des Schiffs im Wind und war völlig bedient. Am Heck ließ sich wenigstens das Schaukeln wieder aushalten. Nach weiteren 15 Minuten entdeckten wir dann endlich einen Buckelwal. Leider wollte dieser nicht so gerne fotografiert werden, weshalb wir nur Bilder von einzelnen Hautflächen bekommen haben. Die raue See machte das Fotografieren, was nun nur noch mit Monas kleiner Kamera möglich war, noch schwieriger.

Nachdem wir dem Buckelwal ca. 10 Minuten gefolgt waren, drehte das Schiff ab und setzte die Suche nach weiteren Meeressäugern fort. 20 Minuten später entdeckten wir auf der rechten Seite unseres Schiffes eine ganze Familie von Orcas, die sich erheblich besser fotografieren ließ. Mit genug Fotos eingedeckt fuhren wir dann wieder Richtung Festland und waren nach genau 3 Stunden wieder auf festem Boden. Sichtlich erleichtert, aber total durchgefroren steuerten wir ohne Umwege das Auto und dann unser Motel an. Im Auto viel uns dann auf, dass meine Sonnenbrille nicht den Weg in Monas Tasche gefunden hatte. In der ganzen Hektik auf dem Schiff, kurz nach der Welle, hatte sie diese wohl erst mal bei Seite gelegt und dann nicht mehr eingepackt.

CIMG1458
Den Weg zurück ersparte ich mir. Bei dem windigen Wetter wollte ich erst einmal eine heiße Dusche und was zu Essen. Denn das Frühstück von heute Morgen war das Einzige, was wir bisher an fester Nahrung zu uns genommen hatten. Nach einer heißen Dusche und trockenen Klamotten zog es uns wieder ins gegenüber liegende Center, wo wir Salat und Pizza aßen. Erschöpft von diesem schrecklichen Tag fielen um wir um 21 Uhr ins Bett. Das Bett war leider die kleinste Ausführung von Queensize-Betten, die wir bisher gesehen hatten und so waren wir froh, dass wir zwei davon im Raum stehen hatten. Wir einigten und darauf jeder ein eigenes zu belegen.

Fazit des Tages: Das Erlebnis, Wale in freier Wildbahn so nah gesehen zu haben, war ein unglaublich schöner Moment. Auch, wenn der Preis dafür viel zu hoch gewesen ist.



Aktionen

Informationen

Schreib einen Kommentar

Du kannst diese Tags verwenden : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>